Hausgeburt / Wassergeburt - eine weitere Möglichkeit
Eine Geburt, die zu Hause, in vertrauter Umgebung stattfindet, in der Gesellschaft von Menschen, die bekannt sind, auf eigene Weise und in eigener Zeit, kann eine Erfahrung sein, die die wachsende Familie bereichert und stärkt.
Die Möglichkeit zur Hausgeburt steht primär jeder Frau zur Verfügung.
Hausgeburt ist jedoch in Deutschland die Ausnahme geworden. Nur 2% aller Kinder sind zu Hause geboren. Diese Zahl variiert in Europa zwischen 0% und 43 %. Die Gründe dafür liegen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Leider wird die Hausgeburt immer noch als eine gefährliche Form der Geburt dargestellt, obwohl zahlreiche Studien der neuen Zeit beweisen, daß bei Einhaltung klarer Selektionsfaktoren in Schwangerschaft und Geburt die Hausgeburt eine gute Alternative zur Klinik- oder Geburtshausgeburt darstellt.
Für Paare, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, bedarf es eine Menge von Gedanken und Fakten, um die Meinungen und Gefühle zu sortieren, um schließlich zu wissen,
was das Richtige ist.
Eine Hausgeburt zu wählen, bedeutet sicher, eine offensichtliche Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet nicht, unverantwortlich zu handeln.
Die Gründe für Hausgeburt sind vielfältig:
Die Sicherheit des häuslichen Umfeldes stärkt, die Geburt findet im Schoße der Familie statt, keine Trennung von den anderen Kindern. Viele Frauen machen die Erfahrung, daß zu Hause ihr eigener Rhytmus im Vordergrund steht, und alle Aktivitäten in gewohnter Atmosphäre stattfinden. So kann die Frau zusammen mit ihrem Partner ihre Geburt entwickeln, begleitet durch die Hebamme, die ihr von früher Zeit an vertraut ist durch Schwangerschaftsvorsorge und Schwangershaftsbegleitung, sowie durch Geburtsvorbereitung. ln vielen Gesprächen mit ihr ist klar geworden,welche Wünsche im Vordergrund stehen und wo die Gründe für Hausgeburt liegen. Diese Situation wirkt sich günstig aus, zusätzliche Eingriffe werden zum größten Teil unnötig und der Bedarf an Schmerzmitteln ist sehr gering.
Wichtige Fragen zur Hausgeburt:
Wann kann eine Hausgeburt stattfinden?
Voraussetzung ist, daß eine Hebamme die Schwangerschaft und Geburt begleitet.
Bei jeder Geburt besteht durch die Gesetzgebung die Hinzuziehungspflicht einer Hebamme.
Sie ist die verantwortliche Person bei einer normalen Geburt. Je früher wir Kontakt zu
der Frau und dem Paar haben, um so besser für das Vertrauensverhältnis.
Wir richten uns in der Schwangerschaftsvorsorge nach den geltenden Mutterschaftsrichtlinien und überprüfen Ausschlussgründe. Bei voraussehbaren Komplikationen sollte keine
Hausgeburt stattfinden. Hausgeburten sind möglich bei Frauen ohne Risikoschwangerschaft.
Die Offizielle Einteilung zur Bestimmung der Medizinnotwendigkeit ist:
NO-Risk- Hausgeburten sind möglich, da die Schwangerschaft völlig problemlos verläuft
Low-Risk Geringe Probleme in der Vorgeschichte oder im Verlauf der Schwangerschaft. Hier ist eine Hebammengeburt im Krankenhaus möglich
High-Risk Krankheiten in der Vorgeschichte oder ein schwieriger Schwangerschaftsverlauf machen eine Geburt in der Klinik notwendig mit voller ärztlicher Versorgung.
Frauen, die über eine Hausgeburt nachdenken sollten sich möglichst frühzeitig mit mir in Verbindung setzen, damit ein guter Kontakt entstehen kann, die Bereitschaftszeit
abgesprochen werden kann und die Betreuung in der Schwangerschaft optimal nach den Wünschen der Frau geplant werden kann.
Wie ist die Hebammenversorgung geregelt?
Hausgeburten begleiten heißt für die Hebammen 3 Wochen vor Entbindungstermin und 2 Wochen nach Entbindungstermin rund um die Uhr mit Funk und Handy bereit zu sein. Sie kommen schnell und stehen für Fragen zur Verfügung.
Um dieses Angebot kontinuierlich zu erfüllen, arbeitet Sabine Friese-Berg gemeinsam mit den Hebammen Karola Baumann und Monika Walter. Der Rufdienst für Geburten wird durch die Hebammen lückenlos abgedeckt, eine zweite Hebamme steht für die Geburten zusätzlich zur Verfügung.
Damit ein sicheres Gefühl entsteht, das als Ressource während der Geburt dient, wird
die Frau in Verlauf der Schwangerschaftsbetreuung alle drei Hebammen kennen lernen.
Was muß als Minimalbedingung erfüllt sein?
Persönlich: eine gute Einstellung zur Hausgeburt, die im Verlauf der Schwangerschaft gewachsen ist.
Räumlich: ein Telefon und ein erreichbares Krankenhaus. (Die zweite Bedingung wird im Kreis Konstanz überall erfüllt).
Was muß besorgt und vorbereitet werden?
Das Hausgeburtspacket wird von uns zusammengestellt und kann in der Apotheke besorgt werden. Die Kosten für den medizinischen Bedarf übernimmt die Krankenkasse. Alle anderen nötigen Vorbereitungen werden mit der Hebamme besprochen, sind aber gering. Es ist außerdem sinnvoll, eine weitere vertraute Person außer Kindsvater und Hebamme bei der Geburt dabei zu haben, die im Hintergrund arbeitet.
Eine Kinderbetreuung für die älteren Geschwister sollte organisiert sein.
Müssen Gynäkologe und Kinderarzt der Hausgeburt zustimmen?
Ärzte können immer zu diesem Thema befragt werden. Leider ist das Verständnis für Hausgeburt gering. Die Entscheidung für Hausgeburt liegt nach guter Abwägung der Gründe bei den Paaren selbst.
Was passiert bei Komplikationen?
In allen Phasen der Geburt kann es zu Komplikationen kommen. Schon bei geringem Verdacht wird die Frau in die Klinik verlegt, je nach Situation mit dem eigenen PKW oder dem Rettungswagen. Am Telefon muß bei der Geburt eine Telefonliste mit allen Notfallnummern hängen.
Wer hilft im Wochenbett ?
Die Hebamme ist für die Nachsorge im Wochenbett zuständig. Zusätzlich muß unbedingt eine Haushaltshilfe organisiert werden. Es gibt spezialisierte Stellen, die Kosten werden zum Teil von den Krankenkassen übernommen. Siehe Wochenbett >>>
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